Therapie verstehen wir als eine helfende Begleitung, welche die eigenen Kräfte des Kindes oder Jugendlichen stärkt, sich an seinen Fähigkeiten orientiert und seine Besonderheiten würdigt.

 

Eine solche Therapie kombiniert spezielle heilpädagogische Übungselemente mit kunst-, spiel und gesprächstherapeutischen Elementen. Sie ist dann angezeigt, wenn im Entwicklungsverlauf Erschwernisse oder Verzögerungen aufgetreten sind, für die ein spezieller Hilfebedarf besteht.

 

 

 

 

Die Probleme können unterschiedliche Ursachen haben und äußern sich beispielsweise als:

– Unruhe / Konzentrationsprobleme

– Autistische Verhaltensweisen

– Angst oder Unsicherheit

– Extreme Zurückgezogenheit

– Aggressivität

– Lernunlust oder Lernschwierigkeiten

– Schulverweigerung

– Zwanghafte Verhaltensweisen

– Schlafstörungen

– Einnässen, Einkoten

– Essstörungen

– Pubertätskonflikte, Sinnkrisen im Jugendalter

 

Es werden zwar meist Einzeltherapien durchgeführt, grundsätzlich ist aber bei Bedarf auch Gruppentherapie möglich. In den therapiebegleitenden Elterngesprächen tauschen wir uns gegenseitig aus und reflektieren gemeinsam,wie das Kind weiter unterstützt werden kann.

 

 

 

 

Beispielhaft und in Kürze eine Darstellung von unserem Behandlungsangebot bei der Diagnose AD(H)S:

   Zunächst: Wir halten diese Diagnose für ungenau. Sie wird anhand von Symptomen gestellt, die eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen haben können. Zumeist zeigt sich bei gründlicher biografischer Anamnese und näherem Kennenlernen des Kindes und der Familie ein so genannter multifaktoreller Entstehungshintergrund. Das therapeutische Vorgehen muss auf den Einzelfall abgestimmt und, wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen, manchmal auch im Behandlungsverlauf modifiziert werden. (Vgl. dazu: Henning Köhler, War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört?)

   Wir bieten eine heilpädagogisch orientierte Spiel- und Übungstherapie mit kunsttherapeutischen Elementen an, die in ihren Möglichkeiten breit angelegt ist. Wichtige Elemente: Szenisches Spiel, Puppenspiel, therapeutische Märchenarbeit (geführtes Fantasieren), Entspannungsübungen, Lauschübungen, konzentrative Tastübungen, Such- und Zielübungen, Bewegungsspiele, Geschicklichkeitsspiele, rhythmische Übungen, Übungen zur Impulskontrolle, Spiele zum Gedächtnistraining, Bogenschießen, Malen, Formenzeichnen, Plastizieren u.a.m. Hinzu kommen problembezogene Wochenrückblicke zur Verbesserung des selbstreflexiven Vermögens und eine altergemäße Konfliktberatung. Selbstverständlich erhalten die Eltern regelmäßige Beratungsstunden mit vielen praktischen Anregungen für den häuslichen Alltag, wozu z.B. auch körperliche Anwendungen gehören (Massage, Einreibungen, Fußbäder u.a.). Nach Möglichkeit pflegen wir engen Kontakt zu den Lehrern (im Vorschulalter zu den Erzieherinnen) des Kindes und zum Hausarzt der Familie.

   Die Kinder sollen nie den Eindruck gewinnen, wir betrachteten sie als defekte Wesen, sondern die Therapie als Beziehungsangebot wahrnehmen und gern zu uns kommen. Alle Übungselemente werden in Spielszenarios integriert.

  In zugespitzten Situationen sollten für einen Zeitraum von 6 – 12 Monaten mindestens zwei Stunden (á 60 Min.) pro Woche (+ ein Elterngespräch pro Monat) genehmigt werden, dann kann zumeist auf eine Stunde pro Woche, später auf eine Stunde alle 14 Tage reduziert werden. Ideal ist eine Gesamtdauer von ca. 2 Jahren.  

   Wir blicken auf mittlerweile 25 Jahre Erfahrung mit sog. ADHS-Kindern zurück, beraten diesbezüglich Schulen und Kindertagesstätten und bringen unsere Erfahrungen in die Fortbildung von Eltern, Erziehern, Lehrern, Familienhelfern und Tagesmüttern ein.