Die Fortbildung zum Pädagogischen Berater findet in Linz statt. Nähere Informationen fordern Sie bitte bei dem Veranstalter an:

Joseph Badegruber

Mail: joseph@breitenstein.or.at

 

 

"Ungewöhnliche Sichtweisen auf ungewöhnliche Kinde"

Erziehungsfragen im Grenzbereich zur Heilpädagogik

 

 

 

Berufliche Fortbildung mit Zertifikatsabschluss Pädagogische(r) Berater(in) JKI

 

 

 

Modul 1      

Die Krise der Pädagogik als Bewusstseinskrise

Zur Geschichte der Pädagogik. / Konkurrierende Paradigmen: das Paradigma der Menschenformung, das Paradigma des Wachsenlassens. / Was heißt „Pädagogik vom Kinde aus?“ / „Das unwahre Prinzip der Erziehung“. (Max Stirner) / Die Philosophie des ethischen Individualismus als Grundlage der Waldorfpädagogik. / Der postmoderne Feldzug gegen das Ich, seine Konsequenzen für das pädagogische Denken – und warum wir uns oft ungewollt daran beteiligen. / Pädagogik und erweiterter Kunstbegriff. / Veränderungen im Raum der Kindheit. / Warum der heilpädagogischen Kulturimpuls in die allgemeine Pädagogik Einzug halten muss.

 

Modul 2 

Elemente einer spirituellen Entwicklungspsychologie

Veränderungen im Raum der Kindheit. / Inkarnation und Individuation. / Der dritte Faktor zwischen Vererbung und Umwelt. / Grundgesten des Ich. / Das höhere Selbst, oder: Wir bleiben zeitlebens Ungeborene. / Die Bewusstseinsverfassung des Kindes in verschiedenen Entwicklungsphasen. / Autonomie und Sozialfähigkeit. / Enzwicklungskrisen als Anzeichen der Veränderung des Zur-Welt-Seins. / Stufen der Daseinsvergewisserung. / Ursache Zukunft. / „Aufwachsen“ und „Herunterwachsen“. / Die Antiquiertheit streng phasenspezifischer Entwicklungsmodelle.

 

Modul 3    

Geburt und frühe Kindheit

Die Begleitung des kleinen Kindes aus heilpädagogischer und medizinischer Sicht. / „Das Erscheinen der Einzigkeit.“ (Martin Buber) / Wer oder was sieht dich an, wenn dich ein Neugeborenes ansieht? / Bindungssicherheit und Entbindungssicherheit./ Die Verdienste Emmi Piklers. / Kleinkindpädagogik als salutogenetische Pädagogik. / Grundgesten der ersten sieben Lebensjahre. / Was frischgebackene Eltern unbedingt wissen müssen. / Früherkennung und Frühförderung – ohne Fehlerfahndungsbrille, ohne Korrektur-Aktionismus.

 

 

Modul 4    

Pädagogische Sinneslehre (I)

Die basalen Sinne, auch Leibsinne genannt. / Ihre Gefährdung in den heutigen Zeitverhältnissen. / Der autoperzeptive, der kommunikative und der spirituelle Aspekt. / Warum Sinnespflege immer auch Seelenpflege und Beziehungspflege ist. / Typische Desorientierungszustände infolge zivilisationsbedingter Defizite der basalen Sinnesreifung. / Hilfestellungen zur Nachreifung. / Die Bedeutung des Schlafes. / Kinder brauchen „Orte zum Verweilen“ (Marc Augé) / Aktivität und Stille. / Nähe und Distanz. / Der autonome Bewegungsraum. / Statt taktile und sensomotorische Integration zu „trainieren“, sollten wir den Kindern besser eine Umgebung schaffen, in der sie das selbst spielerisch erledigen können.

 

Modul 5   

Pädagogische Sinneslehre (II)

Der Zusammenhang zwischen den Basalsinnen und den „höheren“, Du-zugewandten Sinnen. / Interesse am anderen Menschen. / Drei Vertiefungsstufen des Lauschens: seelisch mitschwingende Hingabe an das gesprochene Wort, Bedeutung-Fühlen, unmittelbare Wahrnehmung der Präsenz des Anderen als geistiges Ich. / Diese Fähigkeiten sind im Säuglingsalter als leibfreie (übersinnliche)

Fähigkeiten vorhanden, dann „erden“ sie sich sukzessive, verschmelzen gewissermaßen mit den Leibsinnen, wodurch sich deren Charakter verändert. / Warum das Kind die „Sphäre der Urkommunikation“ (Georg Kühlewind) verlassen muss, um aktive Empathie (im Unterschied zur unwillkürlichen) auszubilden.

 

Module 6  

Inklusion – Herausforderung für Kindergarten und Schule

Die UN-Konvention zum Schutz behinderter Menschen (BRK) – ein rechtsethischer Meilenstein. / Der Inklusions-fähige Kindergarten, die Inklusions-fähige Schule – Erwägungen, Visionen, Erfahrungen, praktische Vorschläge. Ein 10-Punkte-Programm des Studienkreises für Neue Pädagogik (SNP). / Das Konzept der „Differenziellen Integration“ (DI), erläutert anhand  zweier Vorträge von G. Kühlewind und H. Köhler, gehalten 2001 an der Windrather-Tal-Schule. / Gesellschaftlich diskriminierte Begabungsprofile. / Die „Indigo“- und „Sternkinder“-Debatte – alles nur Hokuspokus? / Vorblick auf das Autismus-Modul. / Gastvorträge über Trisomie 21 und Epilepsie.

 

Modul 7      

Diagnose Autismus – was nun?

Autismus heißt wörtlich übersetzt: extreme Selbstbezogenheit. / Im Spektrum so genannter psychischer Störungen wird neben AD(H)S keine Diagnose so häufig gestellt wie diese. / Vor allem das so genannte Asperger-Syndrom scheint epidemisch um sich zu greifen, und man könnte daraus folgern: In diesen Kindern spiegelt sich die Pathologie der Zeit. / Aber sind so genannte Autisten tatsächlich extrem selbstbezogen? / Oder wird, bei Licht betrachtet, genau andersherum ein Stiefel daraus? / Georg Kühlewind sagte: „Ihre mich-empfindende Hülle ist viel zu durchlässig.“ / Zunächst gilt: „Unter diesen Menschen gibt es größere individuelle Unterschiede als unter uns so genannten Normalen.“ (Harmut Sautter) / Auch hier zeigt sich, dass diagnostische Raster mit Vorsicht zu genießen sind. / Am besten, Betroffene kommen selbst zu Wort. / Unter Verwendung vieler Selbstzeugnisse soll der Frage nachgespürt werden, wie sich diese „unheimlichen Fremdlinge“ (so erlebte sie Carl H. Delacato) in unserer Welt fühlen … und was wir ihnen Gutes tun können. (Hauptdozent: Dr. Psych. Hartmut Sautter.)

 

Modul 8 

Die Pubertätskrise

Abschied von der Kindheit – ein langer, steiniger Weg. / Wenn die alten Spiele nicht mehr die alten Spiele sind: Prolog der Pubertät. / „Bitte nicht stören, wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen.“ / Sturz aus der Wesenswelt in die Dingwelt. / Verfeindung mit der Heimat. / Vom Spiel zur Kreativität. / Das Malheur mit dem Leib. / Die vierfache Identitätsfrage. / Pubertätstypische Ängste. / Geburt des eigenen (inneren) Universums. Nun gilt: Der Andere ist im radikalsten Sinne ein Anderer. Ich kenne ihn nicht. Er kennt mich nicht. Liebe heißt, dass zwei Einsame ihre Einsamkeit teilen. / Sucht und Sehnsucht. / Eros und Sexus. / Der Drang nach Grenzerfahrungen. / Erhöhte Zivilisationsrisiken. / Kernpunkte einer zeitgemäßen Jugendpädagogik.

 

Modul 9    

Das AD(H)S-Konstrukt „Eine Generation wird krankgeschrieben.“ (Richard de Grandpre) Waren Astrid Lindgrens Michel aus Lönneberga und Michael Endes Momo aufmerksamkeitsgestört? Hätten sie Psychopillen gebraucht? Was heißt überhaupt Aufmerksamkeit? Keines der Leitsymptome des sog. Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-)Syndroms deutet per se auf etwas Krankhaftes. / Die Fadenscheinigkeit des gängigen Deutungsmusters. / Anmerkungen zum Gehirn-Geist-Problem. / Wachsender Kritik in der wissenschaftlichen Welt. / Wie stromlinienförmig muss ein Kind überhaupt sein, um nicht unter AD(H)S-Verdacht zu geraten? / Plädoyer für eine strikt einzelfallbezogene Diagnostik. / Erkenntniskritische Anmerkungen zum Diagnose-Begriff. / Die Vorzüge einer voraussetzungslosen, phänomenologischen Betrachtungsweise. / Pädagogische Konsequenzen. / Alternativen zur Stimulanzien-gestützten Verhaltenstherapie. / Rückblende zum Thema „gesellschaftlich diskriminierte Begabungsprofile“.  / Manchmal lautet der beste Therapievorschlag: In Ruhe lassen!

 

Modul 10        

Aggressive Verhaltensauffälligkeiten /Mobbing

Klärung des Aggressionsbegriffs. / Wenn Kinder und Jugendliche gewalttätig werden, steckt eine tiefe Verunsicherung dahinter. / Hat die Gewalt wirklich zugenommen? / Destruktives Sozialverhalten ist immer auch selbstquälerisches Verhalten. / Die nachahmungsbereite Hingeneigtheit des Kindes zum Guten als Mitgift aus der geistigen Welt. / Das „Bösewerden“ aus Enttäuschung oder Frustration darf nicht verwechselt werden mit dem spielerischen Ausprobieren von Gewaltoptionen. / Milieueinflüsse. / Wie entsteht Sozialvertrauen als Voraussetzung für Sozialkompetenz? / Anmerkungen zum Thema Mobbing. / Buben und Mädchen. / Rückblende zum Pubertäts-Modul: Falsche gesellschaftliche Leitbilder und mangelnde Resonanz der Mitwelt auf heraufdrängende idealische Impulse. / Gewalt, nicht einmal Zerstörung ist grundsätzlich schlecht, auf den Kontext kommt es an. / Wo Kunst nicht aufleben darf, bricht der Zerstörungsdrang durch. / Interesse am anderen Menschen. / Pädagogische und therapeutische Richtlinien.

 

Modul 11 

Mission und Fluch der Angst, oder: „Die Un-Heimlichkeit des In-der-Welt-Seins“ (Gäste)

Angst als Teil der Condition Humaine. / „In der Geistlosigkeit gibt es keine Angst.“ (Sören Kierkegaard) / Das Angstparadoxon: Angst vor der Angst führt zu beängstigenden Angst-Abwehr-Strukturen, auch und gerade im pädagogischen Raum. / Angst als hilfreicher Begleiter, Angst als Lebenshindernis. / Unterscheidungen: Angst vor realen Gefahren oder infolge tief verunsichernder Erlebnisse; scheinbar irrationale Ängste; „das angestimmte Weltverhältnis“ (Alois Hicklin); Angst vor Selbstverfehlung; altruistische Angst; Angst als Ausdruck überstarker (unwillkürlicher) Empathie. / Schulangst, Schulphobie. / Rückblende zum Modul „Elemente einer spirituellen Entwicklungspsychologie“: Stufen der Daseinsvergewisserung. / Angst und Sensitivität. / Angst und Kreativität. / Angstverwandlung statt Angstbekämpfung. / Pädagogische und therapeutische Richtlinien.

 

Modul 12

Lese-Rechtschreib-Schwäche – ein wissenschaftskritischer und spiritueller Verständnisansatz

Ist Legasthenie eine Erfindung? Ernst zu nehmende Stimmen behaupten das. / Doch zweifellos haben manche Kinder große Schwierigkeiten, Lesen und Schreiben zu lernen. / Vielen bedeutenden Persönlichkeiten erging es so. Sogar Dichtern. / Einen kausativen Generalschlüssel gibt es nicht. Viele mögliche Ursachen kommen in Betracht. / Die Skandalisierung der Schwäche ist unnötig. / Bei einer hohen Anzahl Betroffener liegt kein Unvermögen vor. Etwas in ihnen weigert sich. Und sie verstehen selbst nicht, warum. / Das Thema soll aus einer ungewohnten Perspektive betrachtet werden. Zahlreiche erhellende Äußerungen Rudolf Steiners kommen uns dabei zu Hilfe. / Praktische Anregungen aus langjähriger Erfahrung runden das Modul ab.

 

 

Modul 13   

Pädagogik im Licht der sozialen Frage

Anknüpfung an das Modul zum Thema Gewalt: Die kapitalistische Gesellschaft beruht auf dem Prinzip des Rangordnungskampfes aller gegen alle, wenngleich ein solidargemeinschaftlicher Minimalkonsens noch das Schlimmste verhütet. / Kinder verinnerlichen dieses Prinzip spätestens in der Schule – es sei denn, ihre Eltern und Lehrer verkörpern andere Werte. / Wo sind unsere Ideale geblieben? Das Leitbild einer „Gesellschaft mit menschlichem Gesicht“ ist verblasst. Jedes Kind kommt aber mit der Sehnsucht zur Welt, Menschen zu finden, denen dieses Leitbild kraftvoll voranleuchtet, auch im persönlichen Leben. / Kitas und Schulen sind gesegnete Orte: prädestiniert, eine neue Kultur der Zwischenmenschlichkeit in ihnen aufleben zu lassen. Welche Chancen werden da vertan! / Die bürgerliche Familie – ein Auslaufmodell? / Wir ereifern uns, weil die Kinder vorgeblich immer unsozialer werden, schaffen es aber nicht einmal, zu Hause oder im Kollegium vernünftige Gespräche zu führen oder Konflikte so zu lösen, dass niemand als Verlierer vom Platz geht. / Die makrosoziale, die mesosoziale und die mikrosoziale Sphäre. / Anmerkungen zum Modethema Empathie. / Das dialogische Prinzip nach Martin Buber. / Der erweiterte Kunstbegriff

 

 

 

 

Fred Donaldson: Von Herzen spielen